6 Arten von Teamarbeit

Teamarbeit ist Teamarbeit? Keineswegs. Wir kennen mindestens sechs verschiedene Varianten…. Welches ist Ihr Team? Hören wir mal rein… Wo finden Sie sich wieder?

1: Das Kuschelteam

Wir arbeiten nett zusammen. Ab und zu gehen wir gemeinsam Mittag essen. Vielleicht gibt einer mal was aus. Ansonsten machen wir alle unser Ding, zum Beispiel hat jeder eigene Kunden. Dem anderen fahren wir nicht an den Karren, Wertschätzung heißt das bei uns. Wir haben einen Workshop zur Teamentwicklung gemacht. Da waren wir in der Nähe von Hamburg Outdoor unterwegs. Nett. So wie alles, was wir machen. Neulich war ein Psychologe bei uns, als Organisationsentwickler. Der hat gesagt, bei uns sei „soziale Erwünschtheit“ hoch. Das sehen wir aber gar nicht so. Teil des Teams zu sein, ist nun mal wichtiger als alles andere.

2: Die Ego-Truppe

Eigentlich sind wir kein Team. Offiziell lautet zwar die Maßgabe, wir sollen gut zusammenarbeiten und Konsens finden, aber inoffiziell wird das bestraft. Karrieretechnisch kann man dann einpacken – nicht durchsetzungsfähig genug. Jeder macht so sein Ding und sieht zu, dass die Erfolge und Ergebnisse möglichst gut sichtbar sind.

3: Das geregelte Team

Dank des Organisationsentwicklers haben wir jetzt einen Jour Fixe, immer Donnerstags. Da darf jeder sagen, was ihm oder ihr auf dem Herzen liegt. So können wir uns besser austauschen. Außerdem wurde ein Projektteam gegründet, das gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten bei den Prozessen erarbeiten soll. Und einen Gesundheitszirkel gibt es jetzt auch. Wir reden noch mehr als früher, aber oft auch aneinander vorbei. Wir suchen Konsens, aber entscheiden können wir nicht. Das ist immer noch Chefsache.

4: Das Effizienzteam

Wir sollen effizienter zusammenarbeiten, sagt der Chef, kreativer sein, uns verändern. Eine Analyse der Personalabteilung hat ergeben, dass wir noch ziemlich homogen sind, alle gleiches Alter, eher der kooperative und hilfsbereite Typ. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern, mit uns wären keine Innovationen möglich, hört man. Ziele sind jetzt überall ein Schlagwort, auch Teamziele. Seit zwei Neue dazu gekommen, gibt es mehr Reibereien. Unser Teamcoach sagt, wir müssen nicht Freunde sein… das war früher anders. Aber unsere Ziele, die erreichen wir.

5: Das Kooperationsteam

Wir entwickeln Methoden, um besser zusammenzuarbeiten, etwa alt und jung besser zu verbinden. Dafür gibt es seit kurzem Tandems: Ein jüngerer und ein älterer Kollege arbeiten zusammen. So soll das Wissen zirkulieren. Überhaupt haben wir mehr kleinere Einheiten gebildet, die flexibel sind. Meetings finden viel seltener und nur noch mit den Personen statt, die wirklich gebraucht werden. Unsere Beziehungen zu anderen Abteilungen sind besser geworden. Überhaupt stehen Beziehungen wieder mehr im Focus.

6: Das Leistungsteam

Es geht uns allen darum, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, auch wenn wir es nicht planen können. Manchmal ist es heute so, morgen so – Ziele ändern sich mit den Marktgegebenheiten. Wir passen das laufend an, dabei helfen agile Methoden und tägliche Standup-Meetings. Wir haben gelernt, dass es mehrere Wahrheiten gibt – oder auch keine. 1+1 kann heute zwei sein und morgen 5. Ambiguitätstoleranz nannte es neulich der Trainer, der uns coacht. Wir suchen in der momentanen Situation die beste Lösung. Dabei hilft es, dass wir nicht alle gleiche Hintergründe haben, sondern unterschiedlich ticken. Wir haben alle das Gefühl, dass es um den Inhalt der Arbeit geht und um wenig sonst. Und es gibt niemand mehr, der sich in eine soziale Hängematte legt.

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