Das Böse ein­däm­men: Die dunk­le Triade

Wis­sen und Stu­di­en zum Dark Factor

Das Böse ist zwar immer und über­all, gera­de aber für uns alle pro­mi­nent sicht­bar. Was macht eine dunk­le Per­sön­lich­keit aus? Wor­an erken­nen wir Sie? Sind wir nicht selbst auch ein wenig dun­kel? In die­sem Bei­trag fas­sen wir die wich­tigs­ten Stu­di­en für Sie zusammen.

Ist das noch nor­mal oder schon ver­rückt? Sol­che und vie­le ande­re Fra­gen dis­ku­tie­ren wir in „Psy­cho­lo­gie der Ver­än­de­rung”. Und stel­len immer wie­der fest: Die­se Fra­gen sind nicht ein­deu­tig zu beant­wor­ten. Denn unser Blick auf Per­sön­lich­keit ist meist sta­tisch. Doch auch der “dunk­le Fak­tor” ent­wi­ckelt sich. Er braucht ein Umfeld, in dem er wächst.

Kipp­punk­te der Psyche

So sol­len Psy­cho­lo­gen, die mit dem ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst zusam­men­ar­bei­ten, schon län­ger auf einen Kipp­punkt in Putins Psy­che gedeu­tet haben. Und der hat mit Coro­na zu tun: Die schon immer vor­han­de­ne Nei­gung zu Zwang­haf­tig­keit, kippt also in eine “Stö­rung”, wie­wohl die­se nicht dia­gnos­ti­ziert ist und des­halb auch erst­mal nicht exis­tiert. Doch Zwang­haf­tig­keit ist es nicht allein. Soll­ten auch Wahn­vor­stel­lun­gen vor­han­den sein — und auch die­se ent­ste­hen in einer Grau­zo­ne zwi­schen Wirk­lich­keit und Fan­ta­sie, was etwa sind Fake News? — könn­ten alle Däm­me brechen.

Krank­haf­te Züge sind immer auch selbst- und fremd­schä­di­gen­de Züge. Oft ver­schwim­men die Gren­zen zwi­schen den ein­zel­nen Phä­no­men. Ein Modell zur Erklä­rung sol­cher Züge, die gesell­schaft­lich akzep­tiert und ver­brei­tet sind, ist die dunk­le Tria­de der Macht:

  • Nar­ziss­mus,
  • Machia­vel­lis­mus und
  • Psy­cho­pa­thie.

In die­sem Arti­kel hat Sven­ja in ihrem per­sön­li­chen Blog dar­über geschrie­ben. Bei Putin sind alle drei Merk­ma­le vor­han­den – doch das Mischungs­ver­hält­nis dürf­te sich ver­än­dert haben, die Zwang­haf­tig­keit kommt oben­drauf oder liegt dar­un­ter. Sind Nar­ziss­ten oft vor allem char­mant und ein­schmei­chelnd, agie­ren Machia­vel­lis­ten unge­zähmt rück­sichts­los. Ein Merk­mal eint: Alle drei eint die Empa­thie­lo­sig­keit, die Unfä­hig­keit sich in ande­re und deren Gefüh­le zu ver­set­zen und die­se nachzuempfinden.

Dabei gibt es ein selt­sa­mes Phä­no­men: Die Betei­lig­ten hal­ten sich selbst so für rich­tig. Ihr Ver­hal­ten ist für sie selbst schlüs­sig. Es fin­det kei­ne Refle­xi­on statt. Zwi­schen Reiz und Reak­ti­on liegt ein Raum, in die­sem eine Chan­ce — sag­te einst Vik­tor Frankl mit etwas ande­ren Wor­ten. Aber die­ser Raum wird nicht genutzt.

Tests zur dunk­len Tria­de und dem D‑Faktor

Ver­schie­de­ne Tests ver­su­chen dem Grad der eige­nen Prä­dispoi­si­ti­on zu ermit­teln, dar­un­ter „Die nie­der­träch­ti­gen Neun“ und „Das dre­cki­ge Dut­zend“ (was für Namen!). Es gibt auch einen öffent­lich zugäng­li­chen Test namens „The dark fac­tor“, das Teil eines Pro­jek­tes ist, das aktu­ell auch die Bezie­hung des D‑Faktors zur Wahr­neh­mung der Ukrai­­ne-Kri­­se untersucht.

Aus­sa­gen aus Tests zur dunk­len Tria­de lau­ten etwa:

  • “Ich nei­ge dazu, kei­ne Gewis­sens­bis­se zu haben.”
  • „Ich nei­ge dazu, ande­re zu mani­pu­lie­ren, um mei­nen Wil­len durchzusetzen“

Wer jetzt meint, das wür­de ja kei­ner zuge­ben, irrt. Wer davon über­zeugt ist, steht dazu:

  • „Die bes­te Art mit Leu­ten umzu­ge­hen, ist es, Ihnen [sic] zu erzäh­len, was sie hören wollen.“

Mer­ke: Das ist etwas völ­lig ande­res, als Leu­te „abzu­ho­len“ oder sich in ihre Per­spek­ti­ve zu ver­set­zen. Die Moti­va­ti­on dahin­ter ent­schei­det – doch das Ver­hal­ten kann eben sehr ähn­lich sein, was es für Beob­ach­ter schwer­macht. Inso­fern zählt die Innensicht.

Die man oft unter sich in der eige­nen Cli­que auch offen teilt. Über­haupt besteht die Nei­gung, sich mit Gleich­ge­sinn­ten oder Kom­ple­men­tä­ren zusam­men­zu­tun. Kom­ple­men­tä­re sind jene, die die eige­ne Nei­gung füt­tern, weil sie es selbst so brau­chen. Im Zwei­fel weiß man aber, was die ande­ren hören wol­len und hält sich zurück, wann das Mikro­fon auf einen gerich­tet ist — oder falls man gera­de im Recrui­t­ing­pro­zess steckt.

Was tun gegen die dunk­le Triade?

Was tun gegen die dunk­le Tria­de und die klei­nen und gro­ßen Putins die­ser Welt? Immer wie­der wur­den Ver­fah­ren ent­wi­ckelt, etwa auch zur Per­so­nal­aus­wahl, Inte­gri­täts­tests etwa oder eine erwei­ter­te Big-Five-Ver­­­si­on, der Hexa­co, der auch Honesty/Humility erfasst. Doch wir haben kei­ne Stu­die gefun­den, die belegt, dass die­se Tests wirk­lich ihren Zweck erfül­len: die frag­li­chen Per­so­nen zu ermit­teln und auszusortieren.

Auch weil Tests eines eben nicht vor­her­sa­gen kön­nen: Die Reak­ti­on der ande­ren. Die dunk­le Tria­de mag in vie­len von uns schlum­mern, doch es sind immer die ande­ren, die die­se zum Leben erwe­cken, näh­ren und grö­ßer machen. Dar­über schreibt Sven­ja in ihrer neu­es­ten XING-Kolu­m­­ne. Wir alle haben es in der Hand.

Hier noch eini­ge Stu­di­en und Links zur dunk­len Triade:

  • Tests: Die dunk­le Tria­de kann mit unter­schied­li­chen Ver­fah­ren gemes­sen sind, die teils nur für Psy­cho­lo­gen bei Hog­re­fe ver­füg­bar sind. Der dunk­le Fak­tor (The dark fac­tor) ist ein Pro­jekt ein Pro­jekt von Sci­en­ti­fic Ame­ri­can und Psy­cho­lo­gy Today. Hier kön­nen sie an drei ver­schie­de­nen Ver­sio­nen des Tests teil­neh­men und hin­ter­her auch spe­zi­fi­sche Ukrai­­ne-Fra­­gen beant­wor­ten: https://qst.darkfactor.org
  • Ver­brei­tung: Die Dark-Fac­­tor-Eigen­­schaf­­ten und vor allem Nar­ziss­mus neh­men in der jün­ge­ren Genera­ti­on offen­bar eher zu. Jün­ge­re Mana­ger sind nar­ziss­ti­scher — behaup­te­te der Har­vard Busi­ness Mana­ger im letz­ten Jahr auf Basis einer Stu­die und nutzt für die den Begriff „Jung­bul­len“ (hier).
  • Kar­rie­re: Bru­nell et al. konn­ten 2008 zei­gen, dass Per­so­nen mit hohen Nar­­zis­s­­mus-Scores auf­grund ihrer Selbst­si­cher­heit und ihrer Über­zeu­gungs­kraft häu­fig in Teams zu Füh­rungs­kräf­ten ernannt wer­den. Ande­re Stu­di­en zeig­ten zumin­dest gerin­ge Zusam­men­hän­ge mit objek­ti­vem Berufs­er­folg, jedoch ist die Fra­ge, um wel­che Füh­rungs­ebe­ne es ging (je höher, des­to ver­brei­te­ter) und wel­che Art von Jobs. So fin­det sich die dunk­le Tria­de oft dort, wo es viel auf Wett­be­werb ankommt.
  • Ver­hal­ten: Mani­pu­la­ti­on spielt als Kern der dunk­len Tria­de stets eine wich­ti­ge Rol­le. Mani­pu­la­ti­on ist hier von Ein­fluss­nah­me zu unter­schei­den. Es bedeu­tet, dass wir ande­re bewusst instru­men­ta­li­sie­ren, um eige­ne Zie­le zu errei­chen. Das ist nor­mal in der Puber­tät, nicht aber bei Erwachsenen.

Wei­te­re Stu­di­en fin­den sich eben­so auf der Sei­te Dark Fac­tor https://www.darkfactor.org.

Zum The­ma gibt es auch ein Video von Sven­ja.

Foto: Har­ry Cun­ing­ham / pexels.com

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