Die Geschichte Teamarbeit: Steinzeit bis Mittelalter (Folge 1)

Hochleistungsteams und Geheimbünde

Wie entstand die Teamarbeit, wie wir sie heute kennen? Eine Teamarbeit, in der jeder etwas beisteuert und alle an einem gemeinsamen Ergebnis arbeiten? Welche Etappen waren kennzeichnet und wie wandelte sich das Verständnis im Laufe der Jahrhunderte? In unserer dreiteiligen Serie begeben wir uns auf einen historischen Streifzug. Dabei nutzen wir den Begriff Team im Unterschied zu dem der Gruppe und der Ansammlung von Menschen.

Steinzeit: Mammutjagd zu dritt

Schon in der Steinzeit, der letzten Etappe der Urgeschichte, des Pleistozäns, schlossen sich Menschen zu Gruppen zusammen, um sich vor Gefahren zu schützen. Nachts kuschelten sich die Steinzeitmenschen aneinander, um mit Körpernähe die fehlende Heizung zu ersetzen. Männer gingen gemeinsam jagen und erlegten Mammuts zu zweit oder dritt. Denn ein gemeinsames Ziel verbindet, und ein knurrender Magen sowieso! Die Primatenforschung zeigt, dass das Verhalten von frei lebenden Affen von Kooperation und Geben und Nehmen bestimmt ist. Ganz anders als bei den Ameisen mit ihrer klaren Befehl- und Gehorsam-Struktur. Ein jeder gegen jeden gab es in diesen frühen Jahren der Evolution nicht. Ob Egomanen in der Steinzeit überhaupt überleben konnten? Manches lässt vermuten: wohl eher nicht. Liegt dem Menschen kooperatives Verhalten mehr? Einige Evolutionsbiologen schließen das aus diesen Forschungen. In dieser Zeit jedenfalls entstand affektives Vertrauen – was heute in Teamentwicklungsmaßnahmen und Teambildung erst mühsam hergestellt werden muss – auf ganz natürliche Weise.

Frühgeschichte: Wunder der Teamarbeit

Aus der Frühgeschichte sind viele weitere Beispiele für vermutlich exzellente Gruppenarbeit, ja Hochleistungsteams überliefert. Ob es wirklich Teamarbeit war oder Treiberei von Gruppen? Eines der sieben Weltwunder, die Pyramide von Giza, das einzige, das noch zu besichtigen ist, bauten geschätzte 10.000 Arbeiter über vermutlich rund 20 Jahre. Ohne enge Zusammenarbeit und Abstimmung wäre dieses Projekt, so Historiker, nicht möglich gewesen. Dabei ist aber immer noch nicht genau geklärt, wie sie das gemacht haben. Das Rad war noch nicht erfunden, Flaschenzüge gab es nicht. Möglicherweise wurden über aufgeschüttete Rampen die schweren Steine auf Schlitten transportiert? Es steht zur vermuten, dass viele verschiedene Experten an diesem gemeinsamen Werk beteiligt waren. Und dass ein solches Werk nicht nur mit der Ameisenstrategie, also über Befehle von oben nach unten realisiert werden konnten. Allerdings, machen wir uns nicht vor, kann generell in diesen Jahrhunderten nicht flächendeckend von kultivierter Teamarbeit gesprochen werden, sondern eher punktuell. Dafür gab es in diesen Jahrhunderten dann doch noch zu viele kriegerische Auseinandersetzungen….

Mittelalter: Nur der heilige Gral verbindet

Das finstere Mittelalter brachte weitere Rückschritte, jedenfalls aus der Perspektive einer  Teamarbeit auf Augenhöhe. Aus punktuellen Team-Glanzleistungen wurden spätestens jetzt wieder Gruppen und Ansammlungen. Die Ständeordnung grenzte ab und aus: Klerus, Adel, Bürger, Bauern. So gab es klare Hierarchien und eindeutige Hackordnungen. Aufstieg war kaum möglich. Wer was war und werden durfte – alles streng geregelt. Geheimbünde wie die der Tempelritter zeigten, dass die Zugehörigkeit zu einer elitären Gruppe ein Gefühl von Stärke und Exklusivität verleiht. „Da darf nicht jeder rein“ – auch heute noch bindet das viele Clubmitglieder im Wir-Gefühl. Insofern ist hier durchaus ein kleiner Teamgedanke erkennbar. Denn wer sagt denn das Teams nur  Gutes tun und die Welt retten? Die Ritter der Tafelrunde, wären sie mehr als eine literarische Begebenheit, könnten wir auch als klassisches Team bezeichnen, so lange die Suche nach dem heiligen Gral sie verband. Doch in jedem Team gibt es auch Konfliktpotentiale. Bei den Rittern wären das die Frauen gewesen. Nur sie konnten die Identität der gemeinsamen Teamgrenzen gefährden. Guinevere, wir erinnern uns, schlug einen Keil zwischen König Artus und Lancelot.

Zusammenfassung: Kooperation liegt Menschen näher als Wettbewerb. Hochleistungsteams gab es bereits in der Frühzeit, wohingegen im Mittelalter erstmals Geheimbünde entstanden – als Teams, die sich gegenüber der Außenwelt abgrenzten.

Wie geht es weiter? Freuen Sie sich auf unseren zweiten Teil nächste Woche. Und wenn Sie an News zur Teamarbeit interessiert sind: Abbonnieren Sie unseren Newsletter. Fotos: Pixabay

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