Home Office killte Kreativität im Lockdown

Rein tech­nisch war der Wech­sel vom Büro ins Home­of­fice für vie­le ein Klacks. Aber emo­tio­nal! Eine Achterbahnfahrt.
Denn natür­lich ging und geht es nicht nur um Tech­no­lo­gie. Die psy­cho­lo­gi­sche Anpas­sung ist weit­aus schwe­rer als die an ein Video­tool. Vie­le Unter­neh­men merk­ten des­halb, dass Mit­ar­bei­ten­de mehr im eige­nen Saft schmor­ten — was sicher zum Teil auch der psy­chi­schen Belas­tung geschul­det war.
Aber nicht nur das: Die Zahl der Chan­cen und Mög­lich­kei­ten durch zufäl­li­ge Begeg­nun­gen ver­rin­ger­te sich erheb­lich — und die­se ist eine der wich­tigs­ten Krea­ti­vi­täts­trei­ber. Immer mehr Men­schen lern­ten sich neu ken­nen. Schwa­che Bezie­hun­gen lagen brach, star­ke wur­den stär­ker. Das bezieht sich auf den Freun­­­des- wie Kol­le­gen­kreis. Schließ­lich kommt aus bei­den Quel­len Inspiration.
Gera­de schwa­che Bezie­hun­gen (weak ties) sor­gen aber für neue Erfah­run­gen. Und wenn des­halb kei­ne neu­en Ideen in die pri­va­ten und beruf­li­chen Wel­ten ein­drin­gen kön­nen, redu­ziert das Krea­ti­vi­tät und beein­flusst mög­li­cher­wei­se auch Inno­va­ti­on nega­tiv. So ist es umge­kehrt belegt, dass Men­schen mit vie­len unter­schied­li­chen Kon­tak­ten, die in sehr unter­schied­li­chen Kon­tex­ten Erfah­run­gen sam­meln, wahr­schein­li­cher krea­tiv sind. Sie sind sozi­al neu­gie­ri­ger, aben­teu­er­lus­ti­ger, lösen leich­ter Pro­ble­me und sind nicht so ängst­lich. Alles Fak­to­ren, die auf die Neu­gier ein­zah­len, die wie­der­um auf Krea­ti­vi­tät wirkt.

Die Stu­die “The effects of remo­te work on col­la­bo­ra­ti­on among infor­ma­ti­on worker”, die Ende Sep­tem­ber erschien, unter­such­te den Effekt der Bin­dun­gen und Kom­mu­ni­ka­tio­nen mit einem wis­sen­schaft­li­chen Modell. Sie basiert auf den Daten und der Kom­mu­ni­ka­ti­on von fast 62.000 Micro­­soft-Mit­­ar­­bei­­tern in den USA. Aller­dings berück­sich­tigt sie nur die ers­ten sechs Mona­ten des Jah­res 2020. Und dabei han­delt es sich  um eine Zeit gro­ßer Umstel­lun­gen, in der die psy­cho­lo­gi­sche Situa­ti­on alles ande­re beein­flusst haben dürf­te. Vor dem Aus­bruch der Pan­de­mie haben nur fast 5 Pro­zent der Ame­ri­ka­ner mehr als drei Tage pro Woche von Zuhau­se gear­bei­tet. Für 82 Pro­zent der Micro­­soft-Mit­­ar­­bei­­ter war Home­of­fice eine kom­plett neue Erfah­rung. Des­halb sind die Schlüs­se aus die­ser Stu­die sicher mit Vor­sicht zu genießen.

Eini­ge Ergebnisse:

  • Mit­ar­bei­ten­de stell­ten per­sön­li­che Inter­ak­tio­nen nicht ein­fach durch Video- und/oder Sprach­an­ru­fe auf glei­chem Niveau her. Wir alle ken­nen das: Waren Tool wie Wonder.me und Essen vorm Com­pu­ter sowie gemein­sa­me Mit­tags­ge­sprä­che anfangs noch span­nend, ver­flog dies­Ef­fekt schnell.
  • Die Stu­di­en­au­toren mas­sen auch einen all­ge­mei­nen Rück­gang der beob­ach­te­ten syn­chro­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on, wie z. B. geplan­te Mee­tings und Audio-/Vi­­deo­an­­ru­­fe.
  • Es ergab sich, dass die unter­neh­mens­wei­te Fer­n­ar­beit die Ego-Net­z­­wer­­ke der Arbeit­neh­mer zemen­tier­te. Das sind Netz­wer­ke unter Kol­le­gen, die eng zusam­men­ar­bei­ten oder in denen man sich eh schon vor der Pan­de­mie kannte.
  • Ande­re Netz­wer­ke wie­der­um lagen brach.
  • Die Zahl der ter­mi­nier­ten Mee­tings nahm zu, spon­ta­ne Tref­fen gab es seltener.
  • Ins­ge­samt führ­te all das zu weni­ger Zeit für schwa­che Bindungen.

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