Ich-Entwicklung und Intuition im MBTI: Woran erkennt man kompetente Organisationsberater?

Was macht einen Organisationsberater kompetent – und erfolgreich? Welche Aussage hat der MBTI® in Bezug auf erfolgreiche Organisationsberatung im Vergleich zum WUST von Jane Loevinger zur Ich-Entwicklung? Teamworks-Geschäftsführerin Svenja Hofert hat die Studie gelesen.

Lässt sich mit einem Test Beratungserfolg vorhersagen? In den USA glauben nicht wenige, der MBTI® – ein Test, den die Laien Isabel Myers und ihre Tochter Katherine Cook Briggs auf Basis der Typologie von C.G. Jung entwickelt hatten – sei dazu geeignet. Dieser „Typenindikator“ ist trotz aller Kritik überaus populär. So entstanden zahlreiche Studien, unter anderem zum Zusammenhang von Gehalt und MBTI-Typ. Doch was besagt der MBTI in Bezug auf Organisationsberater im Vergleich zum WUST (Washington University Sentence Completion Test) zur Ich-Entwicklung nach Jane Loevinger?

Beratungskompetenz und Typ

Die Wissenschafler Cervase R. Bushe und Barrie W. Gribbs untersuchten den Zusammenhang von Beratungskompetenz und Typ in ihrer Studie “Predicting Organization Development Consulting Compentence from the Myers-Briggs Type Indicator and Stage of Ego Development”, die 1990 erstveröffentlicht wurde. Das Untersuchungsdesign gestalteten sie so, dass sie die Beratungskompetenz von einer Peer Group und speziellen Trainern beurteilen ließen, nach festen Kriterien.

Was kann ein guter Organisationsberater?

Als die Autoren das Thema untersuchten, war Organisationsberatung eine immer noch recht junge, in den 1960er-Jahren entstandene Disziplin. Vorherige Studien hatten ergeben, worauf es bei einem guten Organisationsberater ankommt:

  • Analysefähigkeit
  • Einflussnahme
  • Professionelles Rollenverständnis
  • Problemlösungsfähigkeiten
  • Ergebnisorientierung
  • Taktische Flexibilität
  • Starkes Selbst-Konzept
  • Gebrauch von Theorien
  • Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses

Nicht überraschend dabei, dass der Beratungserfolg stark von der Persönlichkeit abhängt. “Their success seemed to rely more on the kind of person they were than on the tasks they actually did.“

Die Wissenschaftler stellten fünf Hypothesen auf:

  1. Extraversion ist positiv korreliert mit Beratungskompetenz in Veränderungsprozessen. Diese Hypothese konnte nicht bestätigt werden, es gibt also keinen Zusammenhang. Introvertierte und Extravertierte sind gleich kompetent.
  2. Intuition (N im MBTI) ist positiv korreliert, Sensing (das S) negativ. Erstere Hypothese wurde bestätigt, die zweite nicht. Das heißt intuitive Personen sind kompetenter, aber sensitive Menschen sind nicht signifikant weniger kompetent.
  3. Thinking or feeling macht keinen Unterschied. Diese Hypothese stimmte nicht. Thinking (das T im MBTI) ist positiv korreliert mit Beratungskompetenz.
  4. Das Perceiving im MBTI ist positiv korreliert mit Beratungskompetenz. Diese Hypothese stimmte nicht. Es steht in keinem Zusammenhang.
  5. Es besteht ein Zusammenhang zwischen späterer/höherer Ich-Entwicklung und Beratungskompetenz in Veränderungsprozessen. Diese Hypothese konnte belegt werden Diejenigen, die die Stufe Conscientious erreicht hatten (eigenbestimmte Stufe, siehe Blogartikel Svenja Hofert), waren beratungskompetenter. Sie waren zudem häufiger T-Typen im MBTI.

Die ausführliche Studie finden Sie hier sowie bei unseren Teamstudien.

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