Kol­le­ge KI im Team

Wie wirkt KI auf Teams, Team­ent­wick­lung und Teamcoaching?

Wenn Sie sich detail­liert mit den Aus­wir­kun­gen des KI-Ein­­sa­t­­zes in Teams aus­ein­an­der set­zen möch­ten, bie­tet Ihnen unser Semi­nar “Team­coa­ching kom­pakt mit KI” die Mög­lich­keit dazu.

Künst­li­che Intel­li­genz ver­än­dert, wie wir arbei­ten, kom­mu­ni­zie­ren und zusam­men­ar­bei­ten. Doch was genau? Dar­über ist sich auch die For­schung der­zeit noch uneins. Die Ideen rei­chen vom Kol­le­gen KI über den per­sön­li­chen Lern­be­glei­ter bis hin zur kom­plet­ten Per­so­nal­füh­rung durch KI. Denn KI kann nicht nur Pro­zes­se ver­ein­fa­chen, son­dern auch die Art und Wei­se der Zusam­men­ar­beit grund­le­gend verändern.

Was bedeu­tet das für Teams? Wie beein­flusst KI Team­ent­wick­lung und Team­coa­ching? Und wo kann sie sinn­voll ein­ge­setzt wer­den, ohne dass der mensch­li­che Fak­tor auf der Stre­cke bleibt? In unse­rer aktu­el­len, über­aus erfolg­rei­chen Web­i­nar­rei­he haben wir da mal tie­fer hineingeschaut.

KI in Teams: Hel­fer oder Störfaktor?

Ers­te Stu­di­en zei­gen an: KI kann hel­fen und stö­ren. So kann sie Teams auf viel­fäl­ti­ge Wei­se unter­stüt­zen, aber auch neue Her­aus­for­de­run­gen mit sich brin­gen. Sie ana­ly­siert Daten, gibt Emp­feh­lun­gen und auto­ma­ti­siert Abläu­fe. Sie kann zwi­schen­mensch­li­che Bezie­hun­gen simu­lie­ren. Und mög­li­cher­wei­se sogar neu­tra­ler Feed­back zur per­sön­li­chen Ent­wick­lung geben als jede Füh­rungs­kraft. Denn: Im bes­ten Fall feh­len ihr Ste­reo­ty­pen. Sie lobt nie­mand weg und sie kennt auch kein „Schmidt-und-Schmidtchen“-Phänomen, sucht also nicht in jedem Mit­ar­bei­ter die Kopie des Chefs.… Wenn sie ent­spre­chend trai­niert ist.

Die Balan­ce zwi­schen Effi­zi­enz und Mensch­lich­keit ist entscheidend.

Aber wozu braucht man über­haupt KI?

Klei­ner Exkurs: Zunächst müs­sen wir schwa­che und star­ke KI unter­schei­den. Schwa­che KI, auch als “enge KI” bekannt, ist auf spe­zi­fi­sche Auf­ga­ben beschränkt. Schwa­che KI kann Auf­ga­ben effi­zi­ent erle­di­gen, besitzt aber kein Bewusst­sein oder ech­tes Ver­ständ­nis. Dazu gehö­ren Sprach­as­sis­ten­ten, Lar­ge Lan­guage Modells, Bild­ge­ne­rie­ren­de KI und Simultanübersetzer.

Star­ke KI, auch als “all­ge­mei­ne KI” bekannt, ist eine theo­re­ti­sche Form von KI, die men­schen­ähn­li­che Intel­li­genz auf­weist und in der Lage ist, jede kogni­ti­ve Auf­ga­be zu lösen, die ein Mensch bewäl­ti­gen kann. Star­ke KI hat Bewusst­sein, Selbst­be­wusst­sein und emo­tio­na­le Intel­li­genz. Bis­her exis­tiert kei­ne star­ke KI. Aber die Mög­lich­kei­ten der schwa­chen KI sind immer grö­ßer gewor­den. Und auf uns kann eine Simul­­tan­­dol­­me­t­­scher-KI schon recht beängs­ti­gend wir­ken, da sie in Sekun­den das kann, wozu Men­schen Jah­re brauchen…

KI ist auch wert­voll, wenn es dar­um geht, aus gro­ßen Men­gen von Infor­ma­tio­nen Mus­ter zu erken­nen und fun­dier­te Ent­schei­dun­gen vor­zu­be­rei­ten. Maschi­nel­les Ler­nen kann Vor­her­sa­gen tref­fen, indem es aus Daten lernt. Natu­ral Lan­guage Pro­ces­sing (NLP) hilft, gespro­che­ne oder geschrie­be­ne Spra­che zu ver­ste­hen und sogar zu gene­rie­ren – etwa in Form von Chat­bots oder Simul­tan­über­set­zern. Und mit Robo­tic Pro­cess Auto­ma­ti­on (RPA) las­sen sich rou­ti­ne­mä­ßi­ge, regel­ba­sier­te Abläu­fe auto­ma­ti­sie­ren, sodass Teams mehr Zeit für krea­ti­ve und stra­te­gi­sche Auf­ga­ben haben.

Wo KI in der Team­ent­wick­lung und im Team­coa­ching wirk­lich Sinn macht

Unser Team­­­works-Team­­en­t­­wick­­lungs­­­mo­­dell unter­schei­det zwi­schen Team­ent­wick­lung und Team­coa­ching. Team­ent­wick­lung ist ein lang­fris­ti­ger Pro­zess zur Ver­bes­se­rung der Team­dy­na­mik, wäh­rend Team­coa­ching gezielt und kurz­fris­tig zur Lösung spe­zi­fi­scher Her­aus­for­de­run­gen beiträgt.

In bei­den Berei­chen kann KI unter­stüt­zend ein­ge­setzt werden:

Pha­se Team­ent­wick­lung (lang­fris­tig, strukturell) Team­coa­ching (kurz­fris­tig, gezielt) Mög­li­cher KI-Einsatz Ach­tung!
Forming Wer bist du im Team? Iden­ti­tät, Absicht, Zuge­hö­rig­keit klären KI kann Team­pro­fi­le ana­ly­sie­ren und pas­sen­de Rol­len vorschlagen. Ver­trau­en muss zwi­schen Men­schen auf­ge­baut wer­den, nicht nur auf Basis von Daten.
Stor­ming Wozu bin ich hier? Ver­trau­en, Offen­heit und Wert­schät­zung fördern KI kann Mus­ter in Dis­kus­sio­nen und Kon­flik­ten erkennen. KI darf nicht als Kon­troll­in­stru­ment wahr­ge­nom­men werden.
Nor­ming Was und wie? Rol­len, Res­sour­cen, Nor­men definieren Syn­er­gien und Zusam­men­ar­beit optimieren KI kann bei der Auf­ga­ben­ver­tei­lung helfen. Nicht alle Team­mit­glie­der akzep­tie­ren stan­dar­di­sier­te Prozesse.
Per­forming Men­ta­le Model­le festigen Wer­te und Umset­zung reflektieren KI kann Pro­zess­ana­ly­sen lie­fern und Opti­mie­run­gen vorschlagen. Gefahr der Über­au­to­ma­ti­sie­rung und Entmenschlichung.
Re-Per­­forming & Adjourning Erfol­ge mes­sen und reflektieren Ler­nen und Ergeb­nis­se festhalten KI kann Fort­schrit­te ana­ly­sie­ren und Best Prac­ti­ces empfehlen. Refle­xi­on muss indi­vi­du­ell blei­ben, KI kann nur assistieren.

KI als “neu­tra­les” Teammitglied?

In selbst­or­ga­ni­sier­ten Teams gibt es Über­le­gun­gen und auch ers­te Ver­su­che, KI als “neu­tra­les Team­mit­glied” ein­zu­set­zen, das Ana­ly­sen lie­fert, ohne von Bias und/oder Emo­tio­nen beein­flusst zu sein. Das klingt span­nend, aber es gibt kla­re Gren­zen: KI kann Mus­ter erken­nen, aber kei­ne ech­ten Ent­schei­dun­gen tref­fen. Sie kann Vor­schlä­ge machen, aber kei­ne Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Sie kann Wis­sen bereit­stel­len, aber kein Ver­ständ­nis für zwi­schen­mensch­li­che Fein­hei­ten ent­wi­ckeln. Aller­dings kann sie selbst dazu unter­stüt­zen: Sie kann Ideen lie­fern, womit mensch­li­che Pro­ble­me zu tun haben könnten..

Klug inte­grie­ren und mit Bedacht

KI kann Teams stär­ken, Team­ent­wick­lung unter­stüt­zen und Coa­ching­pro­zes­se erleich­tern – wenn sie rich­tig ein­ge­setzt wird. Sie ist ein Werk­zeug, kein Ersatz für mensch­li­che Füh­rung, Empa­thie und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Die bes­ten Ergeb­nis­se ent­ste­hen, wenn Teams KI als Assis­tenz nut­zen, nicht als All­heil­mit­tel. Und wenn wir ite­ra­tiv in der Anwen­dung ler­nen, was die Anwen­dung mit uns macht.

Wer KI in sein Team ein­bin­det, soll­te daher vor allem eines tun: sie reflek­tiert und mit der Absicht eines gemein­sa­men Lern­pro­zes­ses ein­set­zen. Dann kann sie hel­fen, smar­ter zu arbei­ten, ohne die mensch­li­che Sei­te aus den Augen zu ver­lie­ren. Denn alle Stu­di­en deu­ten dar­auf hin, dass es kein Hop oder Top gibt: KI kann eben­so nütz­lich wie schäd­lich sein. Ent­schei­dend ist es also zu dif­fe­ren­zie­ren. Rezep­te kann es auch hier nicht geben. Hof­fen wir, dass das auch beim Manage­ment ankommt.

Stu­di­en über Nut­zen und Gefah­ren von KI im Team:

  • KI kann lang­fris­tig eige­ne Füh­rungs­auf­ga­ben über­neh­men. In Zusam­men­ar­beit mit Pro­fes­so­rin Fabio­la H. Ger­pott von der WHU – Otto Beis­heim School of Manage­ment hebt Van Qua­q­ue­be­ke her­vor, dass die Digi­ta­li­sie­rung der Füh­rung in drei Pha­sen ver­läuft: 1. Tra­di­tio­nel­le Füh­rung mit digi­ta­len Hilfs­mit­teln: Aktu­ell nut­zen Füh­rungs­kräf­te digi­ta­le Tools zur Unter­stüt­zung ihrer Auf­ga­ben. 2 Digi­tal unter­stütz­te Füh­rung: In naher Zukunft wer­den KI-Sys­­te­­me mensch­li­che Füh­rungs­kräf­te bei Ent­schei­dun­gen und Ana­ly­sen unter­stüt­zen. 3Digi­ta­le Füh­rung: Län­ger­fris­tig könn­ten KI-Sys­­te­­me eigen­stän­dig Füh­rungs­auf­ga­ben über­neh­men. Quel­le The Now, New, and Next of Digi­tal Lea­der­ship: How Arti­fi­ci­al Intel­li­gence (AI) Will Take Over and Chan­ge Lea­der­ship as We Know It, Abruf
  • Leis­tungs­stei­ge­rung durch Gene­ra­ti­ve KI: Eine Stu­die von Li, Zhou und Mik­el-Hong (2024) zeigt, dass Teams, die gene­ra­ti­ve KI nut­zen, signi­fi­kant bes­se­re Leis­tun­gen erbrin­gen als sol­che, die aus­schließ­lich auf mensch­li­che Zusam­men­ar­beit set­zen. Inter­es­san­ter­wei­se füh­ren zusätz­li­che KI-Kom­­po­­nen­­ten nicht zwangs­läu­fig zu wei­te­ren Ver­bes­se­run­gen, was auf abneh­men­de Erträ­ge bei ver­stärk­ter KI-Inte­­gra­­ti­on hin­deu­tet. Abruf
  • KI macht dumm: Zve­le­bi­l­o­va, Sava­ge und Riedl (2024) stell­ten fest, dass Teams die von KI ein­ge­führ­te Ter­mi­no­lo­gie über­neh­men, selbst wenn sie die KI als unzu­ver­läs­sig betrach­ten. Dies beein­flusst die kol­lek­ti­ve Auf­merk­sam­keit und die gemein­sa­men men­ta­len Model­le inner­halb des Teams. Abruf
  • Nega­ti­ve Beein­träch­ti­gung der Leis­tung: Eine Unter­su­chung der Uni­ver­si­ty of Colum­bia aus dem Jahr 2024 deu­tet dar­auf hin, dass der Ein­satz von KI in Teams das Ver­trau­en, die Moti­va­ti­on und das Enga­ge­ment der Mit­glie­der min­dern kann, was zu einer Ver­schlech­te­rung der Team­leis­tung führt. Abruf
  • Redu­zier­te Inter­ak­ti­on und Krea­ti­vi­tät: Shaikh und Cruz (2019) fan­den her­aus, dass Teams mit intel­li­gen­ten Assis­ten­ten weni­ger mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und bei krea­ti­ven Auf­ga­ben unter Zeit­druck schlech­ter abschnei­den als Teams ohne sol­che Assis­ten­ten. Abruf

 

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