Die magische Zahl 7 – und weitere optimale Teamgrößen

Denken Sie jetzt einmal zurück an die Teams, mit denen Sie gut zusammen gearbeitet haben. Verlassen Sie dabei die engen gedanklichen Grenzen der Arbeitsgruppe. Teams finden sich überall, in der Geschäftsleitung, im Sport, unter Freunden, in abteilungsübergreifenden Projekten… Aber Teams sind erfolgreicher, wenn sie eine bestimmte Größe haben, wie die Wirtschafts- und Sozial-Geschichte beweist. Die Größe des Teams ist ein entscheidender Erfolgsfaktor! Lernen Sie die fünf optimalen Teamgrößen kennen.

Zwei sind ideal: Das Duo oder Tandem

Wir haben oft mit Gründerteams und Startups zu tun gehabt. Thorsten hat viele über Jahre begleitet. Aus dieser Erfahrung wissen wir, dass Drei bei einem Gründungsteam meist einer zu viel sind. Die optimale Leitungsteamgröße sind zwei. Schauen Sie sich nur um. Sie finden wenige Triumvirate. Eine absolute Ausnahme ist das Google-Trio aus Sergej Brin, Eric Schmidt und Larry Page. Das Geheimrezept des Google-Tirumvirates ist, dass sich alle optimal ergänzen: Der Futurist Brin, der Diplomat Schmidt und der CEO Page. So sollte es auch bei Duos sein: Am besten sind Sie komplett unterschiedlich. Stimmt bei uns beiden schon mal ganz gut.

Wenn Sie jetzt Ihre Gedanken kreisen lassen: Vergessen Sie nicht die vielen heimlichen Duos, bei denen einer vor und der andere hinter den Kulissen agiert: Der eigenwillig-geniale Steve Jobs und der heutige, fast farblos wirkende CEO Tim Cook waren Jahrezehnte so eines, der introvertierte Bill Gates und der extrovertierte Vertriebstyp Steve Balmer sind und waren ebenso denkbar unterschiedlich…. Und dennoch ein gutes Gespann.

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Die magische 7+/-2

Neun Teamrollen hat Belbin definiert, das sind 7 plus 2. Auch in anderen Zusammenhängen finden sich immer wieder 7er-Einheiten. Kein Zufall, dass diese Zahl der Merkfähigkeit des menschlichen Gehirns entspricht. Wir merken uns 7+/- 2 Dinge – seien es Telefonnummern oder Begriffe. Psychologisch sind das „chunks“, Einheiten im Kurzzeitgedächtnis.

Deshalb nannte der Psychologe George Miller diese die „magical seven“. Die Zahl wird auch Millersche Zahl genannt. Im Militär finden sich oft Achter-Einheiten (7+1) – mit einem Kommandeur (8+1). Warum ist klar: Zwischen acht Personen ist es wesentlich schwieriger einen Konsens zu finden als zwischen fünf oder sieben. Es gibt dann einfach kein Zünglein an der Waage. Deshalb funktionieren gerade Zahlen nur in strikt hierarchischen Strukturen, in denen einer eine Ansage macht. Ein Squad sind übrigens auch 2 x 4 – und es ist sicher kein Zufall dass das Musikunternehmen Spotify seine Organisation streng nach diesen Zahlen in Squads und Tribes strukturiert hat. Tribes umfassen vier Squads – das sind also 16 Personen. Das ist nebenbei die nächste Zahl, die laut dem Anthroposophen Robin Dunbar einen Orientierungspunkt der optimalen Teamgrößen bildet. Bei 15 Leuten kann man sich noch vertrauen, lebt familiäre Strukturen. Dennoch ist die Gruppe für effektive Arbeit zu groß, Teamleiter sollten mindestens zwei Einheiten daraus machen, besser vier!

Die Dunbar-Zahl 147,8

Der Anthropologe Robin Dunbar hat sich Jahrelang in die Tiefen der Zahlen gekniet und die Größen erfolgreicher historischer Einheiten, etwa von Baumeistern oder Militärstrategen untersucht. Dabei kam er nach den bereits erwähnten Zahlen auf die nächste optimale Größe von 147,8, die gemeinhin auf 150 aufgerundet wird, da man Menschen ja kaum achteln kann… Das entspricht der maximalen Zahl für vernünftige soziale Beziehungen. 150 Leute kann man noch gut persönlich kennen, bei mehr wird es schwer. Vor einigen Jahren wurde die Dunbar-Zahl auch für soziale Beziehungen herangezogen. 150 Twitterkontakte oder 150 Facebook-Kontakte galten als State-of-The-Art. Für unsere Teamworks-Twitter- und Facebook-Accounts gilt das derzeit auch noch. Inzwischen haben viele Menschen jedoch sehr viel mehr Kontakte, Svenjas Account bei Twitter hat fast 7.000 Follower. Aber klar ist auch: Man kennt sich nicht mehr… Und genau das sagt auch Dunbar: Das eigentliche, sozial überschaubare Netz ersteckt sich immer auf viel weniger Personen. Ziemlich genau 150.

1.500 Mitarbeiter – mehr nicht

Die  nächste Zahl ist 1.500, auch die stammt aus Dunbars Forschungen. Demnach funktionieren Unternehmen am besten, wenn sie etwa 1.500 Mitarbeiter haben – sollten sie die Grenze des kuscheligen Kleinunternehmens (15 Personen) oder des überschaubaren Netzwerks (150) überschritten haben. Das stellte beispielsweise der Hewlett-Packard-Gründer David Packard in seiner Biografie fest.  Als er merkte, dass es mit den 1.500 irgendetwas auf sich hatte, teilte er das Unternehmen, das in den 1960er und 1970er Jahren als ähnlich innovativ galt wie heute Apple in 1.500er-Einheiten. Wir haben daraufhin versucht zu überprüfen, welche Unternehmen 1.500 Mitarbeiter haben und erfolgreich sind. Doch bei der Suche fiel uns vor allem eins auf: 1.500 scheint auch eine beliebte Zahl zu sein, wenn es um Entlassungen geht…

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