Schwei­gen im Wald und ande­re Stö­run­gen in der Teamkommunikation

Das kön­nen Sie tun — mit Fragebogen

Teams müs­sen wirk­sam mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Ent­schei­dend dabei ist, dass die Infor­ma­tio­nen aus­ge­tauscht wer­den, die rele­vant für die Auf­ga­ben­er­fül­lung sind. Oft aber behin­dert dys­funk­tio­na­le Team­kom­mu­ni­ka­ti­on den sach­li­chem Aus­tausch und die effi­zi­en­ten Koor­di­na­ti­on. Wir stel­len 7 typi­sche Team­kom­mu­ni­ka­ti­ons­stö­run­gen vor — und ver­ra­ten, was Sie tun kön­nen, um sie zu beheben.

In einem mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men, irgend­wo zwi­schen Harz und Ham­burg, kracht es im Team. Ein Kol­le­ge kom­men­tiert alle Ansa­gen kurz und schnip­pisch, ein ande­rer schweigt pas­­siv-aggres­­siv. Zwei Kol­le­gin­nen zie­hen sich immer mehr zurück, sagen kaum noch etwas. Die Team­lei­tung ist überfordert.

Schwei­gen im Wal­de ist eine von 5 Stö­run­gen der Team­kom­mu­ni­ka­ti­on. Schau­en wir uns die­se ein­mal genau­er an.

1. Schwei­gen im Walde

Man redet über- aber nicht mit­ein­an­der. Nie­mand sagt, was wirk­lich gedacht wird. Kri­ti­sche The­men wer­den ver­mie­den, Kon­flik­te unter den Tep­pich gekehrt. Es herrscht trü­ge­ri­sche Ruhe. Kon­flikt­scheue Füh­rungs­kräf­te lau­fen nun Gefahr in die Spi­ra­le der Ver­mei­dung zu gera­teb. Was gibt es sonst noch?

2. Echo der Lauten

Immer die glei­chen Per­so­nen reden – typi­scher­wei­se die Extro­ver­tier­ten, domi­nan­ten Mei­nungs­füh­re­rin­nen. Ande­re ver­stum­men, füh­len sich über­gan­gen oder zie­hen sich ganz zurück. Das Mus­ter „laut vor lei­se“ zieht sich durch.

3. Sub­text statt Klartext

Bot­schaf­ten kom­men nicht direkt aus­ge­spro­chen, son­dern durch die Hin­ter­tür gescho­ben. Es gibt Iro­nie, Andeu­tun­gen, Halb­sät­ze. Statt zu sagen, was Sache ist, wird inter­pre­tiert, spe­ku­liert, gemun­kelt. Die Gerüch­te­kü­che köchelt nicht nur, sie brodelt.

4. Mee­­ting-Mono­­­lo­­gi­­tis

Team­run­den mutie­ren zu Vor­trä­gen. Einer redet – die ande­ren hören weg. Kei­ne Rück­fra­gen, kei­ne Dis­kus­si­on, kei­ne Betei­li­gung. Statt Dia­log: Mono­lo­gi­sche Ein­bahn­stra­ßen. Online sehr beliebt, denn da kann man Nicht-Zuhö­­ren ohne dass es auffällt.

5.Feedback-Phobie

Rück­mel­dun­gen wer­den ver­mie­den – meist schon aus­ge­hend von der Füh­rungs­kraft. Aus Angst, jeman­den zu ver­let­zen, Ärger aus­zu­lö­sen oder selbst angreif­bar zu wer­den, steht die „Sache“ über­groß im Vor­der­grund. Da es aber kein Feed­back für die eige­ne Arbeit gibt, bleibt Ent­wick­lung aus; blin­de Fle­cken blei­ben blind.

6. Cli­que­rei

Reden klappt hier – nur nicht ziel­ge­rich­tet. Es haben sich Cli­quen, also dys­funk­tio­na­le Unter­grup­pen gebil­det: Zwei, drei oder vier, die läs­tern und sabo­tie­ren – wäh­rend die ande­ren arbeiten.

7. Nett statt netto

Hier sind alle nett zuein­an­der, doch unterm Strich kommt nichts bei raus. Denn “nett kommt von net­to und net­to heißt nichts”. Die hei­ßen Eisen wer­den nicht ange­spro­chen, wich­ti­ge The­men aus­ge­klam­mert. Man kennt sich so gut, dass die Arbeit kei­ne zen­tra­le Rol­le mehr spielt.

Fin­den Sie sich wie­der? Das ist kei­ne wis­sen­schaft­li­che Lis­te. Es kön­nen meh­re­re Punkt zutref­fen – und sicher gibt es noch ande­re. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist nicht nur das, was gesagt wird. Es ist das, was gehört wird, was nicht aus­ge­spro­chen, was inter­pre­tiert wird. Ohne Team­kom­mu­ni­ka­ti­on fehlt dem Team die Grund­la­ge über­haupt eines zu sein. Das wirkt sich auf die Arbeit und die Auf­ga­be aus. Und ist fatal, dann das Wesen von Teams ist gegen­sei­ti­ge Abhän­gig­keit bei der Aufgabenkoordination.

Umgang mit Stö­run­gen in der Teamkommunikation

Eine Stö­rung ist kei­nes­falls nur ein vor­über­ge­hen­des Phä­no­men, das nach Ruth Cohns Axi­om „Stö­run­gen haben Vor­rang“ Raum bekom­men muss. Es ist ein dau­er­haf­tes “Fehl­fun­ken”. Das kann Leis­tungs­fä­hig­keit und Effi­zi­enz stark nega­tiv beeinflussen.

Basis­kom­pe­ten­zen der Kom­mu­ni­ka­ti­on wur­den vie­le Jah­re als Selbst­ver­ständ­lich­keit in der Team­ent­wick­lung betrach­tet. „Kenn ich schon“, haben wir oft gehört. Aber ken­nen ist nicht kön­nen. Spre­chen, zuhö­ren, sich aus­drü­cken – das braucht wirk­lich gutes Feed­back und die Fähig­keit, sich auf ande­re zu bezie­hen. Alles ande­re als ein Selbstläufer.

Die Basics der Teamkommunikation

Es geht nicht dar­um, dass mehr gere­det wird – son­dern anders. Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­bes­sern heißt, alte Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten neu zu ler­nen. Und das beginnt bei ein paar ein­fa­chen, aber tief­grei­fen­den Kompetenzen:

Wirk­lich zuhören.

Nicht sofort eine Ant­wort im Kopf haben, Pau­sen aus­hal­ten, Blick­kon­takt hal­ten, Non­ver­ba­les beob­ach­ten. Nicht bewer­ten. Zuhö­ren heißt: beim ande­ren sein, nicht bei sich. Eine gute Übung: Para­phra­sie­ren, was man gehört hat.

Zir­ku­lä­re Fra­gen stellen

Weg von „War­um hast du…?“ hin zu Fra­gen, die Per­spek­tiv­wech­sel erzeu­gen. Etwa: „Wie denkst du, sieht die Kol­le­gin das?“ oder „Was wür­de jemand sagen, der euch bei­de gut kennt?“ Das führt aus der Ver­tei­di­gung, hin­ein in ein Gespräch.

Ant­wor­ten aushalten

Pau­sen, in sich rein­hö­ren, Reso­nanz spü­ren: Schwei­gen ist schwer! Vie­le Gesprä­che wer­den zum Mono­log, weil Pau­sen sofort gefüllt wer­den. Wer lernt, Ant­wor­ten ste­hen zu las­sen, gibt dem Gegen­über Raum zur Selbstklärung.

Feed­back nicht nur geben, son­dern reso­nant erfahren

Feed­back soll nicht bewer­tet, son­dern gespürt wer­den. Was löst es aus? Was klingt nach? Wer Feed­back gibt, soll­te Wir­kung benen­nen, nicht Absicht unter­stel­len. Wer Feed­back bekommt, darf fra­gen: „Was genau hat dich das den­ken lassen?“

Kri­ti­sches Feed­back lesen lernen

Vie­le ver­wech­seln Kri­tik mit Ableh­nung, dabei geht es oft nur um einen ande­ren Blick. Wer Feed­back nicht sofort bewer­tet, son­dern prüft, was dar­an hilf­reich sein könn­te, fin­det neue Per­spek­ti­ven auf sich selbst. Das ist der Weg zu per­sön­li­chen Ent­wick­lung aber eben auch zur Teamentwicklung.

Kom­mu­ni­ka­ti­on im Team üben

Die wich­tigs­te Maß­nah­me: Ritua­le. Die klei­ne Wie­der­ho­lung die bis­he­ri­ge Gewohn­hei­ten bricht.  Eine Zuhör­übung zu zweit – zehn Minu­ten, nur der ande­re redet. Eine Refle­xi­on am Ende des Mee­tings. Retro­spek­ti­ven, die expli­zit die Team­kom­mu­ni­ka­ti­on mit­ein­be­zie­hen. Meta­kom­mu­ni­ka­ti­on ein­bau­en: Also nicht nur über das Was, son­dern auch das Wie der Team­kom­mu­ni­ka­ti­on sprechen.

Wo hakt es am meis­ten? Den Fra­ge­bo­gen zur Team­kom­mu­ni­ka­ti­on kön­nen Sie hier her­un­ter­la­den. Möch­tem Sie Ihre Team­kom­mu­ni­ka­ti­on ver­bes­sern, dann fra­gen Sie unse­re Teamexperten.

Arti­kel Teilen:

Lea­ve A Com­ment

Maga­­zin-Kate­­go­ri­en

Semi­na­re, Trai­nings & Workshops

Hier fin­den Sie aktuelle  TERMINE

Neue Arti­kel

  • 1. Sep­tem­ber 2025

    Tests in der Teamentwicklung

    MEHR

  • 31. Juli 2025

    Was wis­sen wir über wirk­sa­me Team­ent­wick­lung – und was nicht?

    MEHR

  • 1. Juli 2025

    Ver­hal­tens­än­de­rung im Chan­ge: Was wirk­lich wirkt – und was wir gern überschätzen

    MEHR

Team­works bewegt — News­let­ter abonnieren

Mit dem Absen­den die­ses For­mu­la­res bestä­ti­gen Sie, dass Sie die Daten­schutz­er­klä­rung gele­sen haben und sich der Spei­che­rung Ihrer Daten bewusst sind.

Haben Sie eine Frage?

Wen­den Sie sich ger­ne an uns. Wir freu­en uns sehr dar­auf, Sie ken­nen zu lernen.

Kon­takt aufnehmen

Aktu­el­le The­men, die bewegen.

Sie wol­len uns ken­nen­ler­nen? Erle­ben, wie wir ticken, wer wir sind? Dann laden wir Sie herz­lich ein, unse­re Web­i­na­re zu besu­chen, die zwei Mal im Monat statt­fin­den. Sie dau­ern jeweils 30–60 Minu­ten und beinhal­ten einen span­nen­den Vor­trag zu einem aktu­el­len The­ma und anschlie­ßen­de Dis­kus­si­on. Ter­mi­ne geben wir aus­schließ­lich über unse­ren News­let­ter bekannt. Schon des­halb lohnt sich das Abo! Aber nicht nur – im News­let­ter erhal­ten Sie erst­klas­si­ge Bei­trä­ge und Erst­ver­öf­fent­li­chun­gen, zudem neu­es­te Studien.

Was möch­ten Sie tun?

Jetzt anmel­den!

Start der Aus­bil­dung zum Team­ge­stal­ter Grup­pe Nr. 20

Jetzt anmel­den für den Start am 27.11.25 

Sichern Sie sich jetzt noch einen Platz für 2025! Wer­den Sie Teamgestalter*in, schaf­fen Sie Ihre Basis für agi­les Coa­ching, Team- bzw. Orga­ni­sa­ti­ons­ge­stal­tung. Wir sind Mona­te vor­her aus­ge­bucht, also sichern Sie sich Ihren Platz jetzt!

Exklu­si­ve Events, Vor­trä­ge und Webinare

Nur für Newsletter-Abonnenten

Wir bie­ten unse­rer Com­mu­ni­ty spe­zi­el­le Web­i­na­re und Vor­trä­ge zu aktu­el­len The­men. Dazu laden wir Alum­ni und Aus­bil­dungs­teil­neh­men­de ein. Unser News­let­ter bringt Inter­es­sen­ten Schnup­per­an­ge­bo­te und Ter­mi­ne frei Haus. Unse­re exklu­si­ven Maga­zin-Berich­te, Tipps und Stu­di­en haben einen hohen Aktua­li­täts­be­zug und bekom­men viel Lob.

Work­shops kennenlernen

Work­shops und Semi­na­re mit dem gewis­sen Etwas

Wir öff­nen den Raum. Bei uns sind Sie immer einen klei­nen Schritt wei­ter. Viel­leicht kön­nen Sie nicht alles anwen­den, aber die Impul­se hal­len nach – und machen auch Sie zum Trendsetter.