Warum Neugier der Treibstoff für unseren Erfolg in der Zukunft ist und wie man sie misst

Neugier ist der wichtigste Treiber für Lernen und Entwicklung – und damit für unseren Erfolg in der Digitalisierung. Wer mit Coaching, Team- und Organisationsentwicklung zu tun hat, sollte Neugier fördern. Personalverantwortlichen empfiehlt es sich bei der Auswahl Ihrer Führungskräfte mehr als früher auf die Neugier zu schauen. Woran Sie Neugier erkennen und welches Tests helfen.

Was tun gegen Plastikmüll im Meer? Wie leben, wenn der Klimawandel voranschreitet? Was macht die Zusammenarbeit mit Robotern sinnstiftend? Neugier berührt die großen Fragen der Menschheit, aber auch die kleinen. Und deshalb ist Neugier wichtiger als je zuvor. Sie treibt unsere Motivation, bei schwierigen Problemen dran zu bleiben. Sie lässt uns Verrücktes ausprobieren – wie der Mann auf dem Bild. Sie holt uns aus der Komfortzone und sorgt dafür, dass wir uns nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden geben. Ja, sie lässt uns nachts weiter darüber nachdenken, wie wir etwas doch noch erreichen können. Und natürlich ist sie auch die Basis und der Ursprung von Kreativität – eine Kompetenz, die laut Prognose des Future of Jobs Report der WHO von Platz 10 2015 auf Platz 3 2020 klettern wird.

Neugier ermitteln mit Big Five und MBTI

Doch wie ermittelt man Neugier? In dem weltweit verwendeten Persönlichkeitsmodell Big Five ist Neugier vor allem in der Offenheit für neue Erfahrungen abgebildet. Studien weisen nach, dass neugierige Menschen oft erfolgreicher sind, beispielsweise haben sehr erfolgreiche Architekten eine höhere Offenheit für neue Erfahrungen als weniger erfolgreiche.

Im MBTI und seinen Verwandten wie Keirsey und Golden Profiler ist der neugierige Typus ein N – für intuitiv, im Unterschied zu S – sensitiv. N-Typen denken mehr an die Zukunft und saugen wie ein Schwamm alles auf. Wo welche Typen im Job gebraucht sind, verändert sich gerade sehr. Generell wird Neugier überall wichtiger. Selbst in der Verwaltung ist es hilfreich, wenn dort Leute arbeiten, die die Dinge ergründen wollen, sich Dinge vorstellen können und mit ihren Ideen von Regeln abweichen.

Digitalisierung ohne Neugier ist undenkbar

Erst recht gilt das für Spitzenpositionen oder überall dort, wo Weichen gestellt werden müssen – und wo ist das gerade nicht der Fall? Ein digital Leader oder agiler Manager ohne Neugier ist kaum vorstellbar, aber dennoch regieren wenig neugierige Menschen unsere Unternehmen. Wer neugierig ist, ist auch nicht so mit sich beschäftigt, also weniger wahrscheinlich narzisstisch. Logisch, denn wer sich mit anderen Dingen beschäftigt, denkt nicht die ganze Zeit über sich selbst nach.

Der typische Trainer der Vergangenheit ist indes häufiger ein S-Typ, wie im Buch „Führen mit dem Big Five-Persönlichkeitsprofil“ nachzulesen ist. Von wem lassen wir uns also da Mitarbeiter „ausbilden“? Oft nicht unbedingt von Neugierigkeits-Vorbildern.

In jüngster Zeit hat sich die Firma Merck der Neugier verschrieben und bietet auf ihrer Website einen eigenen Test an, der allerdings wenig aussagekräftig ist und mehr der Spielerei dient. Merck hat es sich zur Mission gemacht, die Neugier der Mitarbeiter zu fördern. In diesem Zusammenhang hat Merck auch eine umfangreiche Studie veröffentlicht, die zeigt, dass sich Neugier gezielt fördern lässt.

5 Dimensionen der Neugier

Wenn Sie Neugier noch differenzierter erfassen wollen, helfen die 5 Dimensionen der Neugier (5 dimensions of Curiosity). Dieser Test liegt auch den Merck Untersuchungen zugrunde, wobei hier gekürzt wurde. Gemessen wird u.a. auch die Skala soziale Neugier, also wie sehr man an anderen interessiert ist. Das ist übrigens nicht die plumpe Nachbarschaftsneugier. Wer sich für andere interessiert, beobachtet diese und lernt aus deren Interaktionen. Soziale Neugier ist also durchaus nützlich.

Svenja hat den Test 5 Dimensionen der Neugier für unsere Ausbildung TeamworksPLUS ins Deutsche übertragen und für Interessenten auch hier hinterlegt. Die Quellenangabe ist enthalten. Wer den Test verwendet, bitte immer nur mit dieser Angabe.

Beitragsfoto: Iotas – Photolia.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*