5 heiße Tipps für die digitale Moderation

von Thors­ten Visbal

Was ist in der Online-Mode­ra­­ti­on von Work­shops anders? Nach dem Beschluss des Ham­bur­ger Senats muss­ten wir schnell han­deln. Jetzt haben wie drei Work­shops inner­halb kur­zer Zeit digi­ta­li­siert. Das war nur mög­lich, weil wir tol­le Digi­tal Nati­ves im Team haben. Aus die­sen Erfah­run­gen nun ein ers­tes Resü­mee mit den fünf bes­ten Tipps.

Erst mal: Ein gan­zer Tag ist pro­blem­los mach­bar und auch drei Tage hin­ter­ein­an­der. Und wenn Sie dabei die­se 5 Din­ge beach­ten, läuft es rich­tig rund:

Top 1: Nach 75 Minuten ist die Luft raus

Die Auf­merk­sam­keit nimmt vorm Bild­schirm schnel­ler ab als im rea­len Work­­shop-Raum. Nach ca. 60 Minu­ten lässt die Kon­zen­tra­ti­on deut­lich nach. Danach wer­den die Men­schen vorm Bild­schirm bereits unru­hig, und sind nicht mehr so auf­nah­me­fä­hig — was der Mode­ra­tor mög­li­cher­wei­se nicht erkennt. Denn: Wir haben weni­ger Kör­per­spra­che und weni­ger Mimik. Also kür­zer sein, ein­bin­den, im Dia­log erar­bei­ten, alle immer wie­der anspre­chen. Den Inhalt durch­zu­prü­geln bringt Nichts. In der Pau­se dann Fens­ter auf, Kaf­fee trin­ken oder sich bewegen.

Top 2: Kurzer Input, lange Interaktion 

Im Semi­nar oder Work­shop kann ein Input schon mal 30 Minu­ten dau­ern. Vir­tu­ell ist das ein­deu­tig zu lan­ge, jeden­falls wenn wir einen Tag lang zusam­men sind. Was in unse­ren Web­wa­ren bei Edu­dip über eine hal­be Stun­de gut funk­tio­niert, passt hier weni­ger. Das fron­ta­le Zuhö­ren über­for­dert und macht unruhig.

Die Inhal­te müs­sen wei­ter­hin krea­ti­ver und inter­ak­ti­ver auf­be­rei­tet sein. Fast alle Spie­le las­sen sich online „über­set­zen“. Gute Erfah­run­gen haben wir mit Zoom und den soge­nann­ten Bre­a­­k­out-Ses­­si­ons gesam­melt: Hier wird eine Grup­pe in Klein­grup­pen auf­ge­teilt, die dann zu dritt oder viert gemein­sam an Auf­ga­ben­stel­lun­gen arbei­ten und/oder sich austauschen.

Top 3: Ansagen statt Fragen

In der ana­lo­gen Mode­ra­ti­on gebe ich, Thors­ten, häu­fig Ein­stiegs­fra­gen in die Run­de, etwa „Wer möch­te star­ten?” oder “Wer ist die nächs­te?” oder “Was meint ihr?“ Im Semi­nar­raum reicht der Blick­kon­takt. Im vir­tu­el­len Raum herrscht öfter Schwei­gen. Es gibt Dop­pel­äu­ße­run­gen oder Irri­ta­tio­nen, weil Mimik und Ges­tik kaum über­schau­bar sind. Kann man zögern­de Men­schen im direk­ten Kon­takt durch Kör­per­spra­che “auf­for­dern”, ist dies im vir­tu­el­len Raum gleich viel direk­ter. Hier sorgt eine kla­re Anspra­che auch für Sicher­heit. Also z.B. sagen „Max fängst Du bit­te an. Als nächs­tes kommt Petra. Wir gehen jetzt in der Rei­hen­fol­ge der Bild­schirm­fens­ter vor.“

Top 4: Mehr Vorbereiten als sonst 

In man­che Work­shops gehe ich bewusst spon­tan hin­ein, um mit dem Moment, den aktu­el­len The­men und den vor­han­de­nen Emo­tio­nen im Raum zu arbei­ten. Dabei visua­li­sie­re ich ger­ne simul­tan, z.B. mit Post-Its oder auf dem Flip­chart. Ein Ideen­korb, 1–2‑4‑ALLE-Karten, eine Retro nach der Star­­fi­sh-Metho­­de oder ein Situa­ti­ons­bild las­sen sich spon­tan dar­stel­len. Bei der digi­ta­len Mode­ra­ti­on soll­ten die Vor­la­gen vor­her erstellt wer­den. Die Teil­neh­me­rin­nen soll­ten sich auch vor­her damit ver­traut machen. Der Vor­be­rei­tungs­auf­wand, etwa für die Erstel­lung von Räu­men in Mural, ist deut­lich höher als in einem klas­si­schen Semi­nar. Dar­über hat­ten wir hier schon geschrieben.

Top 5: Die Rolle der technischen Moderation

Bis zu sechs Teilnehmer/innen ist die Grup­pen­grö­ße gut als Allein­mo­de­ra­tor zu hand­ha­ben. Unse­re typi­sche Grup­pen­grö­ße ist eher 10 bis 12. Und da wird es schwe­rer, alles im Blick zu haben. Kom­men dann noch tech­ni­sche Pro­ble­me und Fra­gen hin­zu wird es kom­pli­ziert. „Stö­run­gen haben Vor­rang“, pos­tu­lier­te einst Ruth Cohn. Die­ser Leit­satz gilt auch für die digi­ta­le Mode­ra­ti­on bei Situa­tio­nen wie „Mein Com­pu­ter ist aus­ge­fal­len, wo seid ihr jetzt?“, „Auf wel­chen Screen seid ihr gera­de?“, „Ich bin lost, kannst Du mir mal hel­fen?“. Hier ent­las­tet es sowohl die Haupt­mo­de­ra­ti­on als auch die Teil­neh­men­den, wenn die­se tech­ni­schen Fra­ge­stel­lun­gen im Hin­ter­grund geklärt wer­den, um einen rei­bungs­lo­sen Ablauf zu gewähren.

In unse­ren Online-Semi­­na­­ren arbei­ten inhalt­li­che und tech­ni­sche Mode­ra­ti­on immer Hand in Hand.

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