Die 7 wichtigsten Fragen und Antworten zur Teamentwicklung

Was unter­schei­det Tea­ment­wick­lung von Team­coa­ching? Was ist Team­bil­dung? Und wie geht man als Tea­ment­wick­ler mit Mit­ar­bei­tern um, die die ande­ren behin­dern? Die­se Woche hat Sven­ja ein Webi­nar für Mit­glie­der des dvct e.V. gege­ben. Von den Teil­neh­mern wur­den oft ähn­li­che Fra­gen gestellt. Die­se möch­ten wir hier ein­mal auf­grei­fen und für unse­re Leser beantworten.

Die häu­figs­ten Fra­gen rund um Tea­ment­wick­lung, die uns gestellt wur­den, sind diese:

1. Ist Teamentwicklung gefragt?

Gute Tea­ment­wick­ler sind sehr gefragt, schließ­lich nimmt Team­ar­beit über­all zu. Immer öfter ver­ste­hen sich auch Füh­rungs­teams als Team. Wei­ter­hin nimmt die Ent­wick­lung zu Teams 3.0 und 4.0 Fahrt aus. Wäh­rend Teams 1.0 in Wahr­heit eher sozi­al mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Grup­pen sind, bei­spiels­wei­se eine Buch­hal­tungs­ab­tei­lung, arbei­ten Teams 2.0 auch an eige­nen The­men zusam­men, die Abstim­mung erfor­dern, etwa im Pfle­ge­be­reich. Teams 3.0 müs­sen mit­ein­an­der koope­rie­ren, sonst wür­de kein Pro­dukt ent­ste­hen und Teams 4.0 sind selbst­or­ga­ni­sier­te Teams, die sich auch wei­test­ge­hend selbst füh­ren kön­nen müssen.

2. Was unterscheidet eigentlich Teamentwicklung von Teamcoaching?

Tea­ment­wick­lung ist ein Pro­zess, der über Mona­te und Jah­re gehen kann. Die­ser Pro­zess der Tea­ment­wick­lung ist dar­auf aus­ge­rich­tet, die Leis­tungs­fä­hig­keit zu stei­gern. Inter­ne wie auch exter­ne Per­so­nen kön­nen als Tea­ment­wick­ler arbei­ten, natür­lich auch Hand in Hand. Das was im agi­len Kon­text oft Agi­le Coa­ching genannt wird, ist genau­ge­nom­men oft eine Mischung aus Team­coa­ching und Teamentwicklung.

Team­coa­ching ist das Äqui­va­lent zum Busi­ness Coa­ching bezo­gen auf ein Team. Ziel ist Hil­fe zur Selbst­hil­fe in Situa­tio­nen mit Inter­ven­ti­ons­be­darf – typi­scher­wei­se sind das Kon­flik­te zwi­schen Team­mit­glie­dern. Tea­ment­wick­lung ist also der über­grei­fen­de Begriff.

3. Wo liegt der Unterschied zwischen Teambildung und Teamentwicklung?

Team­bil­dung ist ein klei­ner Bau­stein in einem Tea­ment­wick­lungs­pro­zess. In ihm geht es dar­um, ein neu­es Team an den Start zu brin­gen. Viel­leicht wur­den Ein­hei­ten zusam­men­ge­legt, viel­leicht ein Pro­jekt­team neu auf­ge­stellt. Die Maß­nah­men im Team­buil­ding zie­len vor allem auf posi­ti­ve Emo­tio­nen und das Ent­ste­hen von Ver­trau­en als Basis für die Zusam­men­ar­beit. Das ist neu­ro­bio­lo­gisch wich­tig, denn durch „gefühl­vol­le“ Aktio­nen wird der Lern­pro­zess in Gang gesetzt. Das spricht dafür, dass es dabei nicht bleibt. Sind Team­­­buil­­ding-Maß­­nah­­men nicht in einen län­ge­ren Pro­zess ein­ge­bet­tet, wir­ken die Aktio­nen oft nicht lan­ge nach.

4. Was sind die Herausforderungen bei der Arbeit mit Teams im Unterschied zum Business Coaching?

Die Arbeit mit Teams hat eine höhe­re Kom­ple­xi­täts­stu­fe, da mehr Aspek­te rele­vant sind — Ein­­zel- und Grup­pen­wahr­neh­mung spielt eben­so eine Rol­le wie der Kon­text. Grup­pen kön­nen Geset­ze, die für Indi­vi­du­en gel­ten, außer Kraft set­zen. Wei­te­re Heu­ris­ti­ken und sozi­al­psy­cho­lo­gi­sche Gesetz­mä­ßig­kei­ten kom­men hin­zu. So besit­zen nicht nur Ein­zel­per­so­nen kogni­ti­ve Land­kar­ten, son­dern auch Teams. Die­se auf der Suche nach Lösungs­an­sät­zen zu erkun­den ist eine Auf­ga­be des Tea­ment­wick­lers. Ein wei­te­res Phä­no­men liegt dar­in, dass Grup­pen die Eigen­schaft haben, sich über geteil­te Infor­ma­tio­nen aus­zu­tau­schen, nicht aber über unge­teil­te. Das bedeu­tet, wert­vol­les Wis­sen fällt unter dem Tisch, wenn dem Tea­ment­wick­ler die­se Din­ge nicht bekannt sind. Eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung ist die Not­wen­dig­keit der Ver­zah­nung von Tea­ment­wick­lung mit der Orga­ni­sa­ti­on. Denn Maß­nah­men zur Leis­tungs­stei­ge­rung müs­sen inte­griert sein, wenn die ver­mit­tel­ten Inhal­te wirk­lich ando­cken sol­len. Ein­zig Team­coa­ching, als ein­zel­ne Inter­ven­ti­on ver­stan­den, kann für sich allei­ne ste­hen. Auf­trags­klä­rung. ist immer wich­tig, in der Tea­ment­wick­lung soll­te die­se kon­text­be­zo­gen erfol­gen. Dazu nut­zen wir das Kontextmodell.

5. Welches ist eine gute Haltung eines Teamentwicklers?

Der Tea­ment­wick­ler soll­te eine Kern­kom­pe­tenz in der Mode­ra­ti­on haben, kann aber auch fle­xi­bel ins Coa­ching wech­seln oder gele­gent­lich ins Trai­ning — wenn man Mode­ra­ti­on und Trai­ning als Kon­ti­nu­um zwi­schen “Zei­gen” und “Ver­bin­den” begreift. Dar­über hin­aus ist eine Hal­tung hilf­reich, die Spar­ring in den Vor­der­grund stellt – gemein­sam zu guten Ergeb­nis­sen kom­men. Mit einer sys­te­mi­schen Grund­hal­tung gehen Teams selbst­ver­ständ­lich davon aus, dass das Team alle Kom­pe­ten­zen zur Pro­blem­lö­sung hat und es die­se zu akti­vie­ren gilt.

6. Welche Tools nutzt Teamentwicklung?

Je anspruchs­vol­ler Team­ar­beit ist, des­to mehr sind Teams Refle­xi­on gewohnt und des­to eher sind Maß­nah­men aus dem sys­te­mi­schen Inter­ven­ti­ons­kof­fer sinn­voll, etwa Reflec­ting Team, Fish­bowl oder auch kol­le­gia­le Fall­be­ra­tung. Teams 1.0 und 2.0 pro­fi­tie­ren von kom­mu­ni­ka­ti­ons­ori­en­tier­ten For­ma­ten  von Klas­si­kern wie Tuck­man und Bel­bin. Die­se wer­den oft sta­tisch ange­wen­det, weni­ger dyna­misch gedacht. Fort­ge­schrit­te­ne kön­nen die glei­chen Model­le ent­wick­lungs­be­zo­gen anwen­den, die Team­ar­beit 3.0 und 4.0 erfor­dert oft fle­xi­ble Rol­len – jemand ist mal Gestal­ter, mal Neue­rer, mal Spe­zia­list. Je mehr die­se Rol­len auch wech­seln, des­to akti­ver wird eine brei­te Basis mög­li­cher Ver­hal­tens­wei­sen und Selbst- und Fremd­be­ob­ach­tung trai­niert. Immer wie­der hilf­reich sind auch die Dys­funk­tio­nen der Team­ar­beit – auch als Tool zu Mes­sung der Ent­wick­lung des Teams.

7. Was tun, wenn Teammitglieder die Gruppe stören?

Ist die Stö­rung nach­hal­tig, gibt es oft nur eine Mög­lich­keit: Raus mit dem stö­ren­den Team­mit­glied. Ein ein­zi­ger Mit­ar­bei­ter kann ein gan­zes Unter­neh­men lahm­le­gen, sowie ein beson­de­rer Mit­ar­bei­ter auch eine gan­ze Fir­ma ins Posi­ti­ve beein­flus­sen kann. Manch­mal kann es hel­fen, die­se Mit­ar­bei­ter zu coa­chen. Oft ist es feh­len­de per­sön­li­che Rei­fe, die zu den Pro­ble­men führt. Die Mit­ar­bei­te­rin, die stän­dig weint und sich immer ange­grif­fen fühlt und jedes Wort anders ver­steht als die Kol­le­gen, hat kei­nen sta­bi­len Selbst­wert. Sofern es kein The­ra­pie­the­ma ist, könn­te Coa­ching die Tea­ment­wick­lung beglei­ten – wobei Coach und Tea­ment­wick­ler zwei ver­schie­de­ne Per­so­nen sein sollten.

Sie inter­es­sie­ren sich für Tea­ment­wick­lung? Unse­re Aus­bil­dungs­grup­pe 5 star­tet am 19.4.2018.

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