Teamentwicklung messen: Wie Fortschritt durch 12 Erfolgsfaktoren sichtbar wird

Teams sind die Power-Zellen von Organisationen. Ihr Akku muss geladen sein. Doch wie messen wir, ob die Voraussetzungen für Erfolg da sind? Woran erkennen wir, dass Teamentwicklung gelungen ist, wie bemerken wir die Teamresilienz gefährdende Entwicklungen? Software kann helfen zu erkennen, welche Maßnahmen angebracht sind und wie die Team-Akkus gefüllt werden können.

Das Team ist immer mehr in das Zentrum organisationaler Aufmerksamkeit gerückt. Der Boom agiler, selbststeuernder Teams hat dazu erheblich beigetragen. Individuelle Leistung? Wichtig, aber nur dann, wenn sie auf das große Ganze einzahlt. Der Blick auf den Einzelnen greift da zu kurz. Verdeckte Einzelinteressen sind Stolpersteine und Erfolgsverhinderer für das Gemeinsame.

Was ist ein Team?

Doch was ist ein Team? Teams sind kleine Gruppen innerhalb eines Kollektivs, die an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Teammitglieder müssen dafür viel kommunizieren und sich koordinieren. Wenn Teamarbeit nicht erfolgreich ist – gemeinsame Ziele also nicht erreicht werden – spielen neben fehlender Klarheit über das  Spielfeld des Teams vor allem psychologische Faktoren eine Rolle. Während ersteres von der Führung klargezogen werden muss, ist letzteres vor allem eine Folge intensiver Reflexion. Teamentwicklung ist immer zugleich ein Aufgehen im Gemeinsamen und Ausdifferenzierung – in jedem Fall ein niemals abgeschlossener Prozess.

Grenzen des Performance Management

Im Talent Management haben Teams oft keinen wirklichen Raum, der Blick aufs Individuum bestimmt nach wie vor oft noch die Auswahl. Teamperformance wurde bislang, wenn überhaupt, vom Performance Management gemessen. Team-OKR können ebenso helfen. Doch an zwei Fragen arbeiten sich Personalentwicklung und Organisation oft ab:

  1. Wie stellt man ein Team so zusammen, dass es gut performt? Teamintelligenz ist weitgehend unabhängig von Einzelintelligenzen – gesetzt das Fachwissen und die Kompetenzen stimmen.
  2. Wie lassen sich gezielte Entwicklungsmaßnahmen ergreifen, die auch wirklich etwas bringen?

Teamentwicklung – mehr als Spielerei

Der agile Boom hat noch eine andere Begleiterscheinung: Teams werden bombardiert mit Spielen und Modellen. Sie finden ihre Teamrolle mit Belbin, analysieren ihre Stormingphase, entzerren die Kommunikation mit Liberating Structures oder lernen bei Checkin und Checkout alles mögliche an Tools kennen. Retrospektiven sind auch nichts Neues mehr, ebenso wie Spiele, jetzt auch Online. Doch diese Maßnahmen verpuffen, oft weil ihr eigentlicher Sinn nicht erkannt wird und die Anwendung auf der obersten Oberfläche bleibt – ein Plätschern, das keine Wellen erzeugt. Dabei wäre so viel mehr möglich.

Indikatoren für Teamperformance

Teamarbeit ist ebenso komplex wie überindividuell. Teamentwicklung ein weites Feld. Was also sind die Indikatoren für Teamperformance? Der Erfolg eines Teams ist von vielen Variablen abhängig. Zudem ist das Team immer auch Teil des Organisationssystems. So kann es sein, dass die Performance eines Teams weniger durch die Teamarbeit an sich als durch organisational-kulturelle Rahmenbedingungen bestimmt ist. Die Wechselwirkungen sind vielfältig. Googles Project Aristoteles hat einiges an Erkenntnis zu dem gebracht, was effektive Teams ausmacht. Sie brauchen etwa eine Rollenklarheit und eine hohe Bewusstheit über kurz- und mittelfristige Ziele. Notwendig ist auch eine Teamresilienz und natürlich ein Bewusstsein für den eigenen Einfluss. Denn sowohl einzelne Menschen als auch Teams wollen wirksam sein.

Mach es messbar

Schon oft haben wir uns gefragt, wie Teamentwicklung softwaregestützt unterstützen kann. Denn die wesentlichen Faktoren sind keine Tools. „Mach es messbar“ ist eine sehr sinnvolle Empfehlung. Doch während Leistung auf der Ergebnisebene messbar ist, bleibt es auf der Prozessebene schwieriger. Welche interpersonalen und intrapsychischen Prozesse zum Ergebnis führten, bleibt vielfach in einer Blackbox.

Unter allen Anbietern von Softwarelösungen haben wir nur einen gefunden, der diese aufbrechen könnte. Das Unternehmen Haufe versucht mit Teampact“ auch die weichen Faktoren greifbarer zu machen – mittels eines systematischen und messbaren Ansatzes. Teampact steht derzeit in einer Open-Beta-Version als frei und auf Englisch verfügbare Software für den Desktopgebrauch zur Verfügung.

Basierend auf mehr als 120 Studien hat Haufe mit wissenschaftlicher Hilfe einen Rahmen mit 12 Faktoren geschaffen, die nachhaltige Teamentwicklung beschreiben und damit vorantreiben soll. Dabei steht explizit auch die Teamgesundheit im Mittelpunkt.

12 Faktoren für ganzheitliche Teamperformance

12 Faktoren TeamperformanceDie 12 Faktoren sind:

  1. Accountability (Verantwortlichkeit)
  2. Goal Clarity (Zielklarheit)
  3. Playfulness (Experimentierfreude)
  4. Skills & Competencies (Fähigkeiten und Kompetenzen)
  5. Team Impact (Teameinfluss)
  6. Team Purpose (Teamzweck)
  7. Communication (Kommunikation)
  8. Mutual Support (gegenseitige Unterstützung)
  9. Role Clarity (Rollenklarheit)
  10. Team Autonomy (Teamautonomie)
  11. Team Learning (Teamentwicklung)
  12. Trust (Vertrauen)

In diesen Faktoren spiegeln sich viele alte „Bekannte“. So erscheint Vertrauen regelmäßig auf der Liste der wichtigsten Teamfaktoren. Andere sind unter anderem durch Lencionis „Dysfunktionenmodell“ (5 Dysfunktionen eines Teams) bekannt. Rollenklarheit ist im agilen Kontext oft gar nicht so einfach herzustellen, Teamautonomie nicht selten ein wesentlicher Punkt. Jeder einzelne der 12 Faktoren bietet somit schon zahlreiche Ansätze, teils bevor überhaupt von einem Team gesprochen werden kann, dass autonom handeln und agieren kann.

Verlangt Weichenstellung

So dürfte die Einführung von „Teampact“ in traditionellen Organisationen erst einmal Vorbereitungsaufgaben verlangen, von Teamzuschnitt bis Empowerment. Aber traditionelle Teams, die ja oft eher Gruppen sind, sind derzeit auch gar nicht die Zielgruppe – Haufe´s Fokus liegt auf agilen Teams.

Teampact heißt diese derzeit in einer Open-Beta-Version frei verfügbare Software. Ist diese Weichenstellung aber da, kann das Team seine eigene Entwicklung analysieren und beeinflussen. Vertrauen ist gesunken, die Kommunikation hat sich verschlechtert? Die Software schlägt Verbesserungsmaßnahmen vor, die das Team unterstützen, die Bereiche anzusprechen, in denen sie sich verbessern müssen. Teampact deckt Aspekte auf, die sonst möglicherweise überhaupt nicht in der Retrospektive angesprochen worden wären. Ein Beispiel also für optimale Mensch-Maschine-Lösungen.

So kann die Software eine der wichtigsten gruppendynamischen Funktionen unterstützen, die Öffnung des blinden Flecks, auch bekannt aus dem Johari-Fenster.

 

Beitragfoto: Von gguy – Shutterstock.com

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