Die 4. Dimension erleben: Erfahrungsbericht Live-Seminare dank Covid-Schnelltests

Online geht vieles, aber nicht alles. Deshalb haben wir uns entschlossen,  jene Kurse weiter Live durchzuführen, in denen die Teilnehmerinnen sich auch einander öffnen und üben wollen. Seminare, in denen Raum entsteht. Unser Modul 3 der Ausbildungsgruppe 10. Modul 2 hatten wir auf Wunsch der Gruppe Online durchgeführt, doch wir spürten den rosa Elefanten im Raum…

Blick aus unserem „Frachtraum“ am Neuen Wall im März 2021

Jetzt durfte dieser rosa Elefant sichtbar werden. Und das hatte positive Auswirkungen für uns alle. Mit dem Ergebnis, dass auch diejenigen angekommen sind, die Online noch ein wenig gefremdelt hatten. Es wurden Dinge besprechbar wurden, die neben dem JETZT im virtuellen Raum eben auch ein HIER in der physischen Nähe brauchen.

Denn während Online uns ein gemeinsames Jetzt ermöglicht, bleibt unser Hier stets ein eigenes, individuelles. Wir bleiben in unseren Kacheln und Kontexten. Und das begrenzt eben doch.

Teams und Teamentwicklung von Svenja Hofert und Thorsten VisbalHier zeigt sich im Übrigen unsere 4. Dimension der Gruppendynamik, nach der wir lange gesucht haben (siehe Beitrag) und die wir auch in unserem Buch „Teams und Teamentwicklung“ noch nicht so explizit benennen konnten (Buchinfo).

Damit Live-Veranstaltungen möglich sind haben wir uns Selbst-Schnelltestes besorgt. Am ersten Tag haben wir den Test verpflichtend gemacht, am 2. und 3. Tag freiwillig. Selbstverständlich hielten wir weiter die Hygienevorschriften und den Abstand ein. Übungen haben wir darauf zugeschnitten.

Die 4 Dimensionen der Gruppendynamik

Für die interessierten Teamentwicklerinnen unter unseren Lesern stellen wir hier gern noch einmal die 4 Dimensionen der Gruppendynamik vor. Es ist ein Modell mit denen sich Gruppen und auch Teams beschreiben lassen. Hier übertragen wir es auf unsere Ausbildungsgruppen.

Dieses Modell stammt ursprünglich von Andreas Amann, der als gruppendynamischen Raum beschrieb. Wir haben es ein wenig angepasst: Die 4. Dimension ist sonst nicht integriert. Auch sind wir der Meinung, dass Führen und Folgen eben auch Oben und Unten beinhalten kann, wie es im Ursprungsmodell ist. Oben und Unten bietet aber ein anderes Narrativ.

In und out

Wer gehört zur Gruppe, wer nicht? Die Grenzen sind nicht immer klar. In einem Team etwa sind sie eindeutiger gezogen als in einer offenen Reflexionsgruppe. Über „in und out“ entsteht auch durch Zu- und Abgänge eine stetige Dynamik. So wird sich die Gruppe neu formen, wenn einer sie verlässt.

Nähe und Distanz

Wie stehen die einzelnen Gruppenmitglieder zueinander? Auch das lässt sich beschreiben und natürlich visualisieren, etwa mit Aufstellungen. Auch die Beziehungen untereinander sind beschreibbar. Die Nähe wird größer, wenn eine Teilgruppe Peercoachings hatte.

Führen und Folgen

Es gibt Menschen, die zeitweise oder dauerhaft den Ton angeben und die Richtung bestimmen. Dies kann durch eine Position bestätigt sein oder auch nicht, also ein Unten und Oben. Führung in reifen Gruppen kann aber auch wechseln. Zur Beschreibung dieser Positionen eignet sich auch das Modell der Rangdynamik nach Raoul Schindler.

 

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